Österreich - Slowenien, 5.6.2026 (A-Damen)
Am Freitag, dem 5. Juni 2026 (Spielanstoß 18:00 Uhr), fand das WM-Qualifikationsspiel der österreichischen Frauen-Nationalmannschaft gegen Slowenien am Sport-Club-Platz in Wien-Hernals statt. Das von Schiedsrichterin Olatz Rivera Olmedo (ESP) geleitete Spiel endete 1:0 durch das Tor von Katharina Naschenweng (55.). Es waren 3.350 Zuschauer anwesend.
Für das ÖFB Frauen-Nationalteam war es ein besonderer Abend. Zum einen handelte es sich um das 250. Länderspiel der Mannschaft, zum anderen feierte Neo-Teamchef Lars Søndergaard sein Debüt an der Seitenlinie. Nach dem schwierigen Start in die laufende WM-Qualifikation war das Heimspiel gegen Slowenien zugleich eine wichtige Bewährungsprobe und eine gute Möglichkeit, sich für die kommenden Aufgaben eine bessere Ausgangsposition zu verschaffen.
In kleiner, aber feiner Runde trafen wir uns um 17:30 Uhr vor dem Eingang F2 und stimmten uns bei einem schnellen Getränk auf das Spiel ein. Der modernisierte Sport-Club-Platz präsentierte sich dabei als sehr angenehme Spielstätte mitten im Wohngebiet. Besonders die neue Tribüne mit ihrem markanten Dach machte optisch einen sehr schönen Eindruck und bot einen passenden Rahmen für dieses Länderspiel.
Unsere ursprünglich vorgesehenen Plätze wären weiter rechts auf der Tribüne gewesen. Da im vorderen Bereich jedoch keine Transparente hingen und auch keine größeren Fanklub-Gruppen positioniert waren, suchten wir uns kurzerhand einen besseren Platz. Schließlich stellten wir uns in die erste Reihe rechts hinter dem Tor auf der Friedhofstribüne und montierten dort unser Transparent. Der Standort war für uns ideal, weil man sehr nahe am Spielfeld stand und das Spielgeschehen hervorragend verfolgen konnte. Gleichzeitig merkte man aber auch, dass man bei scharf geschossenen Bällen in Richtung Tribüne durchaus aufmerksam bleiben musste. Bis auf zwei Bälle, die etwas näher in unseren Bereich kamen, blieb aber alles problemlos.
Die Anzahl der Teamfanklubs und deren Mitglieder war überschaubar. Insgesamt war die Unterstützung eher locker. Gelegentlich wurde von verschiedenen Bereichen des Stadions „Österreich“ und „Immer wieder“ angestimmt, teilweise auch „Wir singen rot, wir singen weiß“. Auch das bekannte Schlüsselrasseln bei Standardsituationen wurde mehrfach aufgegriffen und sorgte für eine nette, zur Atmosphäre passende Besonderheit. Eine laute Stimmung kam allerdings nur selten auf. Auch wir versuchten vereinzelt, die anderen Zuschauerinnen und Zuschauer mitzureißen, was aber nur teilweise gelang.
Sportlich entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein recht ausgeglichenes Spiel. Österreich hatte zwar früh gute Möglichkeiten, vor allem durch Chiara D’Angelo, die gleich zweimal gefährlich zum Abschluss kam, wirkte aber nicht dauerhaft überlegen. Auch Slowenien kam immer wieder in gefährliche Räume und prüfte die österreichische Defensive. Torfrau Mariella El Sherif machte dabei einen sehr souveränen Eindruck und war mehrmals aufmerksam zur Stelle. Kurz vor der Pause hatte Österreich Pech, als Eileen Campbell nach einer Ecke nur die Stange traf. Somit ging es mit einem 0:0 in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst offen, Österreich übernahm aber mit Fortdauer des Spiels etwas mehr Kontrolle. In der 55. Minute fiel schließlich der entscheidende Treffer: Nach einer gefährlichen Aktion im Strafraum konnte Sloweniens Torfrau Zala Meršnik den Ball nicht entscheidend festhalten, Katharina Naschenweng reagierte am schnellsten und brachte Österreich mit 1:0 in Führung. Der Jubel auf den Rängen war groß, auch wenn die Stimmung weiterhin eher phasenweise aufflammte als dauerhaft laut wurde.
In der Folge wirkte Österreich etwas stabiler und ließ defensiv zunächst wenig anbrennen. Naschenweng hatte in der 72. Minute sogar die große Chance auf die Vorentscheidung, traf mit ihrem Abschluss aber nur die Latte. Gegen Ende wurde Slowenien nochmals drückender und kam wieder gefährlicher in den österreichischen Strafraum. El Sherif hielt die Führung mit sicheren Aktionen fest, zudem hatte Österreich in der Nachspielzeit noch einmal Glück, als ein letzter Ball der Sloweninnen ebenfalls an die Latte ging.
Am Ende blieb es beim knappen 1:0-Heimsieg. Aus österreichischer Sicht war das Ergebnis durchaus glücklich, gleichzeitig aber aufgrund der Leistungssteigerung nach der Pause und der kämpferischen Schlussphase sehr wichtig. Für das Frauen-Nationalteam bedeutete der Erfolg einen gelungenen Einstand für Teamchef Lars Søndergaard, den ersten Sieg in der laufenden WM-Qualifikation und drei wichtige Punkte in Gruppe A4.
